Das Betriebsmädchen fragt sich "Was wäre, wenn..."

 

Liebe Freunde, liebe Kunden, liebe Musiker – liebe Leser!

 

Ein Freund von mir empfahl mir kürzlich ein großartiges Buch, in dem der Autor an ihn gestellte Fragen aus Physik, Technik, Biologie und ganz allgemeinem Schwachsinn äußerst amüsant und durchaus lehrreich zu beantworten versucht. Wenn Sie sich jemals gefragt haben, mit wie viel km/h man in einen gespannten Käseschneidedraht laufen müsste um den eigenen Körper auf Höhe des Bauchnabels zu durchtrennen, finden Sie darin zwar auch keine Antwort, aber zumindest einen interessierten Mitdenker.

 

Mich hat das Buch dazu inspiriert, über zwar sehr unwahrscheinliche, aber hochinteressante Szenarien in einem herkömmlichen Blasinstrumentenfachgeschäft zu grübeln. Ich wollte zum Beispiel immer schon einmal wissen, ob es mehr Blasinstrumente oder mehr Menschen auf unserer Welt gibt. Das müsste noch verhältnismäßig einfach zu klären sein. Doch wenn Menschen von jeher sechs Finger wüchsen – hätten Trompeten dann vier Ventile? Und braucht man wirklich drei Chinesen für einen Kontrabass? Angenommen, unser Werkstattkollege hätte wegen eines Monsterwutanfalls Monsterkräfte: mit welcher Geschwindigkeit müsste er eine Tuba gegen die Wand schmettern, damit sie sich von dort in einer einzigen, platten Messingscheibe wieder abschält? Und würde die Hitze der dabei verdichteten Luft genügen um damit im Winter die Werkstatt zu heizen? Und wo wir schon dabei sind: wie viele Blockflöten benötigt man für zehn gut durchgegrillte Steaks?

 

Ich gebe zu – die Fragen sind sehr hypothetisch und zumeist ziemlich realitätsfremd. Aber wenn wir das Ganze einmal auf Alltägliches reduzieren, steht schnell fest: wir bekommen in unserem Job quasi täglich Fragen beantwortet, die wir im Grunde genommen nie gestellt haben.  Wie lang ist zum Beispiel der Zeitraum vom ersten, ungewohnt muffigen Ton eines Trompeters bis zur Entdeckung des lediglich festgeklemmten Fettdöschens im Schalltrichter? Die Antwort hat auch uns überrascht: mitunter können Wochen vergehen, bis der Leidensdruck des Kunden groß genug ist um bei uns vorstellig zu werden. Und wenn man ein gerade blitzblankgeputztes Saxophon nur mal eben schnell auf der Werkbank ablegt: wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kollege draufniest? Antwort: Einhundert Prozent - oder mehr, so genau kenne ich mich mit Stochastik nicht aus.

 

Wir haben jedenfalls beschlossen, unsere Grübeleien aus der Musikwelt fortan zu sammeln und sie möglicherweise eines guten Tages dem Autor des erwähnten Buches zukommen zu lassen. Vielleicht mögen Sie sich ja beteiligen – ich bin ganz sicher, Ihnen brennt schon immer eine vollkommen bescheuerte Käseschneidedraht-Frage auf den Nägeln. Bei uns, da können Sie sicher sein, sind Ihre skurrilen Ideen in den besten Händen – und wer weiß, vielleicht bekommen wir ja tatsächlich einmal eine Antwort darauf!

 

Es grüßt Sie herzlich

 

Ihr Betriebsmädchen

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