Das Betriebsmädchen wird beschenkt

 

Liebe Kunden, liebe Freunde, liebe Musiker – liebe Leser!

 

„... aber ich brauche die Klarinette unbedingt morgen abend für den Auftritt,“ flehte unsere Kundin noch hilflos in Richtung des abwägenden Werkstattkollegen, und fügte, bevor ich sie aufhalten konnte, hinzu „Ich mach' auch alles, alles, was Sie wollen.“ Dass solche Aussagen an gewöhnlichen Werktagen ein gefundenes Fressen für die Wortspielterroristen aus der Werkstatt sind, muss ich Ihnen als fleißige blog-Leser eigentlich nicht mehr erklären (ich hatte Sie ja schonmal gewarnt --- KLICK ). An diesem Tag aber, vielleicht auch nur in diesem einen, speziellen Moment, überwog die sichtbare Verzweiflung der Dame anscheinend die maixmal zu erreichenden Pointe, woraufhin einer der Kollegen sich erbarmte, trotz einem - ich zitiere - „Allerwertesten voll Arbeit“ die Reparatur des Instrumentes ausnahmsweise dazwischen zu nehmen. Dass das bei uns äußerst selten passiert, weniger aus fehlendem Willen denn schlicht aus fehlender Zeit, hat auch die betreffende Kundin gleich gespürt, und sofort erfragt „Was kann ich Ihnen denn dafür Gutes tun?“ - „Och,“ so die prompte, wenn auch eher scherzhafte Antwort, „so'n Stückchen Kuchen...?!“ Die Kundin quittierte dies mit einem augenzwinkernden Lachen. „Na, Sie sind ja genügsam! Ich lass' mir was einfallen.“

 

Tatsächlich muss man Ihnen, liebe Kunden, zu Gute halten, dass Sie sich schon ausgesprochen oft etwas haben einfallen lassen – viele liebe, kleine und vollkommen unerwartete Aufmerksamkeiten. Sei es nun eine Flasche Wein oder immer wieder begeistert aufgenommene Schokolade in allen Formen und Farben, seien es  Bildbände oder CDs – ja, sogar ein Teller mit selbstgebackenen Keksen war schon dabei (und vier Schecks über jeweils fünfzehnhundert Euro, bittet mich der Kollege dazuzuschreiben, falls dieser Bericht zukünftig als Beispiel für Nachahmer gelten sollte). Warum das alles? Weil Sie sich so viel Zeit für die Beratung genommen haben, sagen Sie uns dann, oder Für den tollen Werkstattservice, obwohl mein Sohn gerade kein Geld dabei hatte. Was auch immer der Anlass gewesen sein mag, Sie können davon ausgehen: wir haben es gern getan, auch völlig ohne Belgische Meeresfrüchte oder  Asbach Uralt!

 

Oben erwähnte Kundin stand übrigens einige Tage nach unserem Noteinsatz an ihrer Klarinette mit einem noch dampfenden(!) Apfelkuchen  und selbstgeschlagener (!) Vanillesahne (!!!) in der Tür, drapierte Selbiges samt mitgebrachtem Tellern (!) zum Sofortverzehr auf unserem Werkstatttresen und  verabschiedete sich sogleich wieder ganz unprätentiös mit dem Befehl  „Essen, solange er noch warm ist! Geschirr hole ich die Tage wieder ab!“ Was soll man da noch sagen? Außer: danke!!

 

Es wünscht allseits Guten Appetit

 

Ihr Betriebsmädchen

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