Das Betriebsmädchen kommt nicht in die Puschen

 

Liebe Kunden, liebe Freunde, liebe Musiker – liebe Leser!

 

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da bezeichnete ich meinen Beruf als den wohl schönsten auf der Welt (wissen Sie noch? --- KLICK). Und das auch vollkommen zu Recht. Prinzipiell. Also ganz grundsätzlich. Es ist nur so... - dass ich selbiges nicht zwingend 365 Tage im Jahr behaupten kann, ohne meine Nase aus meinen eigenen Augenwinkeln emporwachsen zu sehen. Denn: ab und zu, so ganz selten mal, ist dieser Beruf derart mega ätzend, so richtiggehend kacke, dass ich meine Abscheu kaum in Worte fassen kann.

 

Zu meinem großen Glück habe ich Kollegen, die mir aufopfernd zur Seite stehen, sich meine immer wiederkehrenden Hasstiraden, beispielsweise über Fehllieferungen, mehr oder weniger geduldig anhören oder mich in meinem grenzenlosen, ganz persönlichen Groll gegenüber irgendeinem aktuellen Kunden wieder auffangen.  Ein bestimmter Kunde? fragen Sie sich jetzt sicher. Bin damit etwa ich gemeint? Die beruhigende Antwort lautet: selbstverständlich nicht! Sie können ganz entspannt sein. Wenn sich hier einer Sorgen machen sollte, im schlechte-Laune-blog des Betriebsmädchens angesprochen zu werden, dann ja wohl jemand, dem dieser Titel auch zusteht. Demnach also ein Kunde, der mindestens durch unfassbar überhebliche Gesprächsmanieren, gruseliges Sozialverhalten und zeitgleich extrem hässliche Schuhe aufgefallen ist. Jemand also, der im Befehlston die Werkstatt auf Trab bringt, dann während der freundlich von uns angebotenen Schnellreparatur seines Flügelhorns verkündet, ebenjenes beim großen Mitbewerber im Internet gekauft zu haben - „dat war zwanzich Euro billiger“ - und schließlich erst ungeduldig und dann grob ausfallend wird. Er hat nämlich im Halteverbot geparkt und wird ja jetzt wohl oder übel einen Strafzettel bekommen, weil die hannoverschen Kaufleute mal wieder nicht inne Puschen kommen hier!!! Spricht's, grummelt und verlässt das Geschäft mit einem dampfenden Odeur tief empfundener Verachtung, nicht ohne den Chef noch vors Schienbein zu treten. Genau so einer, von so einer Art Mensch spreche ich. Also einer, der es wirklich verdient hat, in diesem Zusammenhang genannt zu werden – und nicht über Sie, keine Sorge. Wenn Sie herkommen, freue ich mich immer! Sie bringen stets gute Laune mit, sind höchstens mal angefressen vom schlechten Wetter oder der trödelnden Tochter, haben aber ansonsten immer ein freundliches Wort auf den Lippen. Sogar dann, wenn über dem Laden noch die mehlige Aura Ihres höflichkeitsbefreiten Vorgängers schwebt.

 

Genau Sie zu erwähnen und diesen blog damit wenigstens ein bisschen versöhnlicher zu gestalten, war nicht nur mir ein besonderes Anliegen, sondern auch meinen Kollegen. Die nämlich waren ernstlich besorgt um die Außendarstellung des ansonsten so freundlichen Betriebsmädchens. „Des kannst doch net schreibe“, entsetzte sich der Eine, während der Andere nur mit Tränen in den Augen den Kopf schüttelte, und fügte noch hinzu „Net, dass de Leut' denket, mer ham was gegense.“ Und da gebe ich ihm selbstverständlich recht. Es sei denn, Sie treten den Chef nochmal. Dann treten wir zurück!

 

Es grüßt Sie herzlich

 

Ihr Betriebsmädchen

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  • ich

    ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht doch gemeint bin *g*