Das Betriebsmädchen delegiert

Liebe Kunden, liebe Freunde, liebe Musiker – liebe Leser!

 

„... ich bin übrigens großer Fan Ihres blogs“, eröffnete mir vor kurzem eine Kundin. „Sie haben immer so tolle Ideen!“ Ein Kompliment, das mich zwar ehrlich freute, welches aber gleichzeitig auch über alle Maßen unverdient daherkommt. Es anzuerkennen hieße, sich mit fremden Federn zu schmücken – denn es sind ja nicht etwa meine Ideen, die diesen blog füllen, sondern stattdessen nichts als die nackte, ungeschönte Wahrheit aus dem Alltag des gemeinen Einzelhandelsfachgeschäftes mit angeschlossener Servicewerkstatt. Um Einträge wie diese zu schreiben, bräuchte man lediglich über zwei, drei Tage genau zuzuhören, ab und zu die Augenbrauen hochzuziehen, hin und wieder ein Lachen zu unterdrücken und schließlich sämtliche Beobachtungen nur noch niederzuschreiben - et voilà, le Bedriebsmädschenbloggge wäre geboren.

 

Da hier direkt vor unserer Nase täglich Themennachschub wächst und gedeiht, hatte ich bereits überlegt, das ganze Material auch noch an anderer Stelle zu verwursten – vielleicht ja diesmal unter Zuhilfenahme der Werkstattkollegen und ihres unendlichen Sachverstandes. Was der Instrumentenmacher noch wusste wäre sicher ein passender Kolumnentitel in einschlägigen Unterhaltungsmagazinen. Auf dem kleinen, vorzugsweise runden Foto am Rande jenes Textes wäre dann ein bärtiger, charmant nachlässig frisierter Männerkopf abgebildet, dessen Lächeln von drei Vierteln Wohlwollen, ein bisschen Weisheit sowie einem Hauch sachlicher Geringschätzung geprägt ist. Ein kluger Mann eben. Einer, der schon alles gesehen hat. Alles! Und der nicht davor zurückschreckt, in deutlichen, mitunter verstörenden Worten seine Instrumentenmacherwelt zu beschreiben.  Um das Ganze interaktiv zu gestalten, würde der Fachmann in einem Extrakasten unterhalb jener Kolumne ausgewählte Leserfragen beantworten:   Habe ich mir auf dem letzten Schützenfest Zinkfraß eingefangen? oder auch  Hilfe, meine Tuba hasst mich!     Immer gut, wenn man in solchen Notlagen gleich einen Fachmann befragen kann!

 

Dabei fällt mir ein: gibt es eigentlich die gute, alte Service-Hotline noch? Also etwas in der Art von Leser fragen – Dr. Blechbieger antwortet ? Dort könnte der Meister dann verunsicherten Musikern bei ihren dringendsten Problemen und drängendsten Fragen schnell weiterhelfen und die betroffenen Instrumente im Anschluss auch direkt gleich mal segnen, selbstverständlich gegen Gebühr. Womöglich wäre es sogar zeitgemäßer, einen solchen Service heutzutage über Chats statt über das Telefon anzubieten. Das ist unkomplizierter, günstiger und vor allem deutlich mehr 2019! Hilfe vom Trompetenwilli  - griffiger titel, unkomplizierte problemlösung in einfachen worten und endlich keine lästige groß und kleinschreibung geschweige denn Interpunktion mehr. Klasse, oder? Ich lass' mir das mal durch den Kopf gehen, denn vielleicht böte sich dadurch sogar eine betriebsmädchenrelevante Vorruhestandmöglichkeit... #malfüßehochlegen #metzgerimdrittenjahrtausend

 

Bis dahin grüßt Sie herzlich

 

 

Ihr Betriebsmädchen

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