Das Betriebsmädchen dekoriert

Liebe Kunden, liebe Freunde, liebe Musiker – liebe Leser!

Es ist zwar noch früh am Morgen, aber ich habe bereits eine Extraschicht hinter mir – Ladendekoration. Üärgs! Immer, wenn der Chef mir auf seiner Zeigefingerkuppe grinsend ein kleines Staubkränzchen präsentiert, das er gerade aus dem Schaufenster gewischt hat, um sodann eine seiner Augenbrauen auf diese ganz bestimmte Weise verächtlich hochzuziehen, weiß ich: es ist wieder Zeit. Weihnachtsdekoration. Hmpf. „Dafür haben wir doch schließlich ein Betriebsmädchen.“ wird mir von den Kollegen empathielos hinterhergerufen, wenn ich murrend von dannen ziehe um kistenweise Figürchen, Plastikpflänzchen und geometrische Filzplatten aller Farben und Un-Farben aus dem Lager zu schleppen. Die Männer finden das natürlich witzig. Für mich dagegen ist es bitterer Ernst.

Denn - da frage ich mal Sie, liebe Leser - wie dekoriert man nun Räume wie diese überhaupt? Wonach soll ein Fachgeschäft wie unseres genau aussehen? Wie soll es auf den Besucher wirken? Was für einen ersten Eindruck möchten Sie bekommen, wenn Sie unseren Laden betreten? Ein Kunde formulierte mal so schön: „Bei Ihnen Trompete zu spielen ist ein bisschen so wie bei mir im Wohnzimmer!“ Ich finde, das trifft es sehr gut. Alter Teppich, ganz viel Krempel im Schrank, man müsste mal wieder staubwischen – gemütlich wie zuhause. Riecht auch ein bisschen so. Aber ist das wirklich gut?

Heutzutage sind Geschäfte doch viel aufgeräumter, eleganter. Der Boden rustikal-modernes Vinyl, die Wände hell, viel Glas und Transparenz. Ehrlich gesagt… wenn ich mir unsere gruselige Achtzigerjahre-Tapete so anschaue, wünsche ich mich manchmal dahin. Es gehören ja zum Beispiel auch hochwertige und sehr spezielle Instrumente zu unserem Sortiment – nicht nur, aber auch. Darf dann so ein fünftausend-Euro-Saxophon vor einer dreißig Jahre alten, weißen Lochwand aus Sperrholz stehen? Selbstverständlich nicht, das kann Ihnen jeder Marketingexperte schlüssig begründen. Dennoch lebt unser Geschäft von genau dieser besonderen Atmosphäre. Von den fiesen Pastellfarben an den Wänden, den fragwürdigen Mustern, dem zerschlissenen Teppich. So wirklich schön ist das nicht, stimmt – aber ohne all das... wäre Metzger irgendwie auch nicht mehr richtig Metzger. Auch bei uns gilt dann wohl, ähnlich wie bei Ihnen daheim: immer ein bisschen renovierungsbedürftig - aber authentisch!

Es grüßt Sie herzlich

 

Ihr Betriebsmädchen

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  • Top!

    Euer Teppich ist doch top!
    Bitte kein Laminat oder so, auf keinen Fall. Das machen doch alle, müsst ihr nicht auch noch. Bleibt so, wie ihr seid!

  • Bloß nix ändern

    Ist immer so schöööön bei Euch, bloß nicht so werden wie die Computerläden mit angebissenem Obst. Bei Euch gibt's in jeder Ecke was zu entdecken, auch wenn ich schon fast seit 30 Jahren zu Euch fahre fällt mir immer wieder was neues auf.