Das Betriebsmädchen bleibt inkognito

Liebe Kunden, liebe Freunde, liebe Musiker – liebe Leser!

„Sagen Sie,... " beginnt der Kunde auf der anderen Seite der Verkaufstheke, während ich die Rechnung für seine neue Trompete zusammenfalte, " - wer ist eigentlich dieses Betriebsmädchen?" Ein fragendes Augenpaar mustert mich, und ich halte kurz inne. Werfe einen Blick in die offene Werkstatt nebenan, wo die beiden Kollegen – Männer – vor sich hinwerkeln, derweil am Computer neben mir der Chef – ein Mann – in den emails eine erneute Preisänderung entdeckt, die er prompt meinem dritten Kollegen im Verkaufsraum – einem Mann – über den Tresen hinweg zuruft. Hm, ja. Berechtigte Frage, durchaus. Wer von all diesen unbekannten Menschen könnte wohl das Betriebsmädchen sein? Schwierig, schwierig.

Halt, moment!, denke ich mir im selben Moment.  Du wirst hier gerade mal wieder veräppelt. Wir hatten solche Situationen doch geübt – Vorsicht! Aber der gute Mann mir gegenüber lächelt so freundlich und harmlos... wie kann man ihm da Böses unterstellen? "Tjaaaa..." antworte ich also gewohnt schlagfertig und deute mit einer vagen, weit umfassenden Geste auf die zahlreich anwesenden Mitarbeiter männlichen Geschlechts – eine Geste, so umfassend und so weit ausholend, dass sie dem Fragenden während der Dauer ihrer Ausführung hoffentlich selbst auf die Sprünge hülfe. Doch weit gefehlt – der Wink verpufft im Nichtsundwiedernichts, derweil gespannte Rentneraugen noch immer an meinen nichtssagenden Lippen hängen. Das gibt's doch nicht!

"Alsoooo..." versuche ich es weiter mit einer Kombination aus  Schulterzucken und charmantem Lächeln, "… wenn man sich hier mal so umschaut... " - keine Reaktion beim Gegenüber - "… in Anbetracht der vielen Männer hier..." - ein Groschen, wie er unfallender nicht sein könnte -  "… was meinen Sie denn, wer's sein könnte?" Kurze Stille. Und als ich schon fürchte, meinen Namen schlussendlich tanzen zu müssen, verzieht sich das fragende Gesicht zu einem wissenden, immer breiter werdenden Grinsen. "Ha!" sagt mein Kunde, zwinkert mir verschwörerisch zu und sagt "… der war gut!" Nimmt sodann Trompete, Fahrradhelm und Rechnung und lässt mich ratlos zurück.  Wie hat er das denn nun gemeint?

Es grüßt Sie herzlich

  

Ihr Betriebsmädchen

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.