Das Betriebsmädchen benimmt sich daneben

Liebe Kunden, liebe Freunde, liebe Musiker – liebe Leser!

Heute wird’s richtig spannend – versprochen: das Betriebsmädchen packt aus! Sie dürfen sich darauf freuen, mal hinter die professionelle Maske geballter Kompetenz zu blicken, die ich sonst herablassend lächelnd vor mir her trage - denn die Wahrheit ist selbstverständlich: auch ich bin fehlbar. Natürlich! Was auch sonst?

Das erste Mal wurde mir das so richtig bewusst, als ich während meiner Lehrzeit bei einem Beratungsgespräch, für das ich gerade aus der Werkstatt gekommen war, versehentlich den Ärmelsaum meines Ganzkörper-Blaumanns mit dem noch in der Hand gehaltenen Gerät am Verkaufstresen festgetackert hatte. BAMM! Was nun? Schreien? Um Hilfe rufen? Lachen? Weiterreden? Noch in derselben Sekunde entschied ich mich für Letzteres und tat unter den erst leicht panischen, dann zunehmend irritierten Blicken meines Kunden einfach so, als sei nichts geschehen.

Ungleich peinlicher war mir während einer meiner letzten Klarinettenverkäufe die (glücklicherweise) winzig kleine Speichelflocke, die mir am Verkaufstresen beim Reden entwischte, obwohl ich doch gerade über wichtige Themen dozierte. Zwar setzte ich meinen Vortrag reflexartig fort, musste aber gleichzeitig mitansehen, wie Vater und Tochter einträchtig mit ihren Augen die Flugbahn des kleinen, weißen Spuckobjektes verfolgten, um es sodann auf dem roten Samt des geöffneten Instrumentenkoffers landen zu sehen. Üärgs!

Und wenn Sie glauben, das sei ja  alles halb so wild und das Betriebsmädchen übertreibe mal wieder maßlos, dann verraten Sie mir doch mal: haben Sie jemals einem sehbehinderten Kunden, der sich die Wartezeit bis zur Reparatur seines Instrumentes vertreiben möchte, gesagt „... schauen Sie sich doch einfach noch ein bisschen um!“   Nein?! Ich aber. Glücklicherweise hat dieser sehr fröhliche Mann es mir nicht übel genommen – wie ich überhaupt die Mehrheit unserer Kunden als äußerst freundlich und gut gelaunt empfinde. Ob angespuckt oder festgetackert – man kann Sie anscheinend nicht so schnell aus der Fassung bringen. Großes Kompliment!

Es grüßt Sie herzlich

 

Ihr Betriebsmädchen

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