Neulich in der Metzgerei

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Lust auf ein bisschen Insiderwissen?

Das Betriebsmädchen öffnet alle vier Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

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Das Betriebsmädchen öffnet alle vier Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

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Als wir in unserem Team vor einigen Tagen noch einmal die in einem älteren blog aufgeworfene causa Betriebshäschen diskutierten, brachte das unseren Werkstattkollegen auf einen Schwank aus seiner Jugend. Er absolvierte vor gar nicht sooo vielen Jahren seine Lehrzeit bei einem deutschen Klarinettenhersteller, dessen Fabrikgebäude in einem idyllischen Gewerbegebiet (so es dergleichen überhaupt gibt) von Feld, Wald und Wiesen gesäumt wurde und deshalb – klar! - ein massives Mäuseproblem hatte.
Mein Beruf, das kann ich Ihnen ganz objektiv bestätigen, ist der schönste der Welt. Nun, da ich diesen blog-Eintrag schreibe, liegt ein sehr anstrengendes Beratungsgespräch hinter mir. Anstrengend im Sinne von lang, problembehaftet, unentschlossen und in allen nur möglichen Bedeutungen schwierig.
Als ich eines Samstags zur Arbeit ging, sah ich ihn: ein Mann überquerte die Kreuzung am Steintor und bog wenige Meter entfernt von mir in die nächste Seitenstraße. Er war kein besonders auffälliger Typ – mittelgroß, mittelschwer, mittelblond. Aber: er trug ein rotes Cape. Ein Cape!! Ja, genau!
Hand aufs Herz: wie oft und wie sorgfältig haben Sie den obigen Titel lesen müssen, bis Sie sich der Bedeutung des letzten Wortes sicher waren? Zweimal? Dreimal? Dafür bitte ich herzlich um Entschuldigung: aber inspiriert vom letzten blog über die vergessenen Schätze der deutschen Sprache und nicht zuletzt durch Ihre (!) herrlichen Ideen dazu, wollte ich für Sie möglichst knapp und präzise ausdrücken, worum es mir heute geht - und da trifft es fell-affin nun einmal am Besten.
Mal ehrlich: haben Sie sich beim letzten blog eigentlich auch gefragt, was der Titel eigentlich bedeuten soll? Im allzeit sprachkritischen Metzgerteam jedenfalls sorgte diese Formulierung für einen Sturm der Entrüstung. „Gedisst?“ empört hochgezogene Augenbrauen allenthalben. „Was soll denn das heißen?“ Meine Kollegen, genau wie ich knapp jenseits der Fünfundzwanzig, konnten mit diesem Ausdruck so gar nichts anfangen – wobei ich mir letztlich nicht sicher bin, ob es hier wirklich um nicht können ging und nicht eher um nicht wollen. Sei’s drum: für diesen offensichtlich unangebrachten Anglizismus bekam ich hier im Betrieb schlussendlich die dunkelgelbe Karte gezeigt.
So ein Betriebsmädchenleben ist wirklich hart... Es klingt in diesem blog ja immer nach einem großen Spaß für die ganze Familie, aber ich verrate Ihnen eines: Das Betriebsmädchen zu sein ist kein Job für Zartbesaitete. Oder um in der richtigen Instrumentengattung zu sprechen: dat hier is' nix für dünnwandiges Messing!
Mindestens genau so oft, wie ich gefragt werde, ob ich das Betriebsmädchen sei, werde ich gefragt, warum ich das Betriebsmädchen sei. Also im Sinne von „Wie kommen Sie eigentlich auf diesen beknackten Namen?“ Ich halte das für eine berechtigte Frage, denn so viel ist klar - ich hätte mir für diese Art von Öffentlichkeitsarbeit ganz sicher einen anderen Namen ausgesucht! Aber wir wissen ja, wie das Leben so ist: die meisten Dinge ergeben sich, ohne, dass man auch nur den geringsten Einfluss darauf nehmen kann. Genau das passierte auch mit meinem Namen.
Als ich diese Woche bei kuscheligen fünf Grad Außentemperatur und herrlichstem, grauen Matschwetter das Haus verließ, ließ es sich endgültig nicht mehr leugnen: Weihnachten steht vor der Tür! Da die Feiertage ja inzwischen seit mehreren Jahren stets auf das gleiche Datum fallen, hat es für mich persönlich zwar sein überraschendes Moment verloren, aber geschäftlich gesehen kommt das Weihnachtsfest irgendwie doch immer recht plötzlich.
Fehler beim Aufbau der Seite. Unvermittelt erscheint ein penetrantes, gelbes Hinweiszeichen auf meinem Bildschirm. Gerade hatte ich zur Aktualisierung unserer Webseite mit einem Klick das Browserfenster öffnen wollen, während ich gleichzeitig die Unterlagen vor der Tastatur zusammenschob. Stattdessen: Bitte überprüfen Sie die eingegebene Adresse. Aber klaro! Alles korrekt soweit.
Seit gestern ziert meine Wade ein unübersehbarer, dunkler Fleck. Er ist etwa so groß wie ein Fünfmarkstück und, um mit den Worten meines Hautarztes zu sprechen, an den Rändern nicht scharf abgegrenzt. Seinen Farbton würde ich aktuell irgendwo zwischen blau und lila einordnen, wobei er schon jetzt verspricht, innerhalb der nächsten Tage nach und nach zu einer Art Leberschaden-Gelb zu verblassen.
Eigentlich hatte ich nur eine ganz profane Frage gestellt. Zuvor packte ich die letzten Ölflaschen der neuen Lieferung aus und fragte die Kollegen im Vorbeigehen „Kann ich diesen Karton jetzt wegwerfen?“ --- Pause. --- „Wir wissen net, ob du des kannst.“ kommt es von rechts. Grins. Darauf von links „Aber versuchen kannste's ja mal.“ Kicher. Na, spitze.
Ich geb's gleich zu: es war meine Schuld. Wie im Grunde genommen ja alles hier meine Schuld ist – denn „dafür haben wir ja schließlich ein Betriebsmädchen“ (Zitat Ende). Aufgewachsen mit zwei älteren Brüdern bin ich zwar eigentlich von jeher ganz groß darin, meiner zu Recht verärgerten Mutter noch während ich mit den Händen voller Matsch an der Terrassentür herumschmierte reflexartig „Ich war's nicht!“ zuzurufen, dennoch kann ich inzwischen ganz klar einsehen, wenn ich verloren habe. Wie auch in dem Moment, als der Chef vorgestern durch die Tür kam.
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