Neulich in der Metzgerei

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Lust auf ein bisschen Insiderwissen?

Das Betriebsmädchen öffnet alle zwei Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

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Das Betriebsmädchen öffnet alle zwei Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

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Zwar ahne ich, dass ich mich mit diesem blog in sehr heißen Socken auf extrem dünnes Eis begebe, kann mich nach der Erfahrung von gestern allerdings dennoch nicht zurückhalten, Ihnen mein Leid zu klagen. "Unser Geschäft ist in der Hausmannstraße vierzehn." antworte ich meiner Kundin am Telefon. Rückfrage der Dame: "Wo?" - "Hausmannstraße vierzehn!" - "Welche Nummer?" - "Vierzehn!!" - Pause. Dann: "Ahh, föhrzehn." - hmpf.
Während eines sehr, sehr ermüdenden Telefonates mit einem aufgeregten Kunden, der einen sehr, sehr ermüdenden Monolog in sehr, sehr ermüdender Geschwindigkeit hielt, fiel er mir wieder ein: Kollege Schöpper
Als ich heute auf den Kalender schaute, packte mich doch glatt das kalte Grausen: nur noch zwölf Tage bis zum Ferienbeginn... aaaargh! Sie, liebe Leser, verbinden Ferien sicher mit solch schönen Dingen wie Urlaub, Freizeit, Zoobesuchen mit den Kindern, viel zu viel Grillen und spitzenmäßig lange Schlafen – wundervoll! Für uns hingegen ist der Sommer die arbeitsreichste Zeit im Jahr, denn wir warten und reparieren in den Ferien hunderte Blasinstrumente der weiterführenden Schulen aus Hannover und dem Umland.
„Sagen Sie,... " beginnt der Kunde auf der anderen Seite der Verkaufstheke, während ich die Rechnung für seine neue Trompete zusammenfalte, " - wer ist eigentlich dieses Betriebsmädchen?" Ein fragendes Augenpaar mustert mich, und ich halte kurz inne.
Nach meinem letzten blog hatte ich schlaflose Nächte. Es vergingen kaum drei Stunden nach Veröffentlichung, bis der erste Kunde mir im Laden mit einer gefährlichen Mischung aus verschwörerisch und extrem offensichtlich zublinzelte, als ich in unserem Gespräch über Neuheiten von der Frankfurter Musikmesse erwähnt hatte, sicherheitshalber noch den Chef danach fragen zu wollen.
"Wo ist denn die Kiste geblieben, die ich hier hingestellt habe?" - "Wer hat diese Bestellliste geschrieben?" - "Warum ist das Druckerpapier nicht nachgefüllt?" --- Sicher haben Sie auch jemanden bei sich zuhause oder an Ihrem Arbeitsplatz, der Sie mit Fragen solcher Art zur Verzweiflung treibt. Nur geraten: handelt es sich hierbei vielleicht um eine Frau? Treffer!
Heute wird’s richtig spannend – versprochen: das Betriebsmädchen packt aus! Sie dürfen sich darauf freuen, mal hinter die professionelle Maske geballter Kompetenz zu blicken, die ich sonst herablassend lächelnd vor mir her trage - denn die Wahrheit ist selbstverständlich: auch ich bin fehlbar. Natürlich! Was auch sonst?
„Halloooo!“ die Türklingel schrillt beim Eintreten, und ein vergnügter Papa lugt im Studio um die Ecke. „Da sind wir wieder!!“ Papa, Mama und ein etwa zehnjähriger Sohn strahlen mich an, die kleine Schwester wandert mit großen Augen vor den glänzenden Trompeten auf und ab. „Ja, hallo zusammen!“ gebe ich bei diesem herzlichen Empfang lächelnd zurück. „Das ist ja schön!“ Und frage mich im selben Augenblick: wer, zum Henker, ist das bloß?
Erinnern Sie sich noch an meinen enthusiastischen Blog über das Pfeifen in der Werkstatt? Wir haben damals viel Resonanz darauf bekommen – unter anderem hat mich tatsächlich die begleitende Mutter einer Querflötenschülerin nach dem Aussuchen des entsprechenden Instrumentes leise und mit Blick auf die Werkstatt gebeten:
brrrriiing – Türklingel – Kunde tritt ein. „Guten Tag.“ sagt er, ohne mich anzusehen, und balanciert umständlich einen großen, schwarzen Koffer zur Werkstatttheke. „Was können wir für Sie tun?“ frage ich den ungeduldigen Mittsechziger mir gegenüber und bekomme ohne weitere Ausführungen entgegen gebellt „Meine Wasserklappe ist kaputt.“
„... ihr Kollege hat aber gute Laune heute!“ kommentierte jüngst ein Kunde das charakteristische, fröhliche Pfeifen des Werkstattkollegen, das gerade laut und deutlich bei uns am Verkaufstresen zu hören war. Er konnte natürlich nicht wissen, dass die Kollegen in Wahrheit alle permanent pfeifen. Es handelt sich hierbei um eine der ersten Besonderheiten, die ich gleich zu Beginn in dieser Firma feststellte: Es wird gepfiffen!
Viel zu spät ist mir aufgefallen, dass der letzte Blogeintrag mit unserem persönlichen Resümee zu 2016 noch nicht ganz vollständig ist. Treffender wäre sogar zuzugeben, dass ich die mit Abstand größte Sensation des letzten Jahres zu erwähnen vergaß: den Einzug einer weiteren Dame in unser Geschäft.
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