Neulich in der Metzgerei

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Lust auf ein bisschen Insiderwissen?

Das Betriebsmädchen öffnet alle vier Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

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Das Betriebsmädchen öffnet alle vier Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

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2019 ist erst zarte fünf Tage alt und schon mag ich es ein bisschen weniger als das vergangene. Grund: unser 50. Jubiläumsjahr ist vorüber. Wie schade! Es war mir gerade erst so richtig ans Herz gewachsen, morgens bei Arbeitsantritt die Tür aufzureißen, ekstatisch „Paaaaarty“ zu grölen, gleich die Lichtorgel zu starten und dann direkt im Eingang schon total zu eskalieren.
Ist es Ihnen eigentlich noch nie merkwürdig vorgekommen, wenn ich hier Dinge schrieb wie "und als es klingelte" oder "da unterbrach mich plötzlich die Türklingel" ? Worauf ich hinaus will: fanden Sie es nie seltsam, dass man in einem Geschäft klingelnderweise um Einlass bitten muss, so wie es bei uns der Fall ist?
Haben Sie sich eigentlich schon damit beschäftigt, ob es sich heute überhaupt lohnt, das Haus zu verlassen? Besitzen Sie eine ungefähre Vorstellung davon, wie genau Ihr Tag dann aussehen wird? Kurz: wissen Sie schon, wie Ihre Sterne heute stehen? Nicht? Wir schon – vorausgesetzt, es ist bereits zwanzig nach zehn.
Als ich gestern im DB-Reisezentrum in einer von zwei Warteschlangen stand – in der langsameren von beiden, selbstredend – erinnerte ich mich an eine alte Studie, die besagte, dass am Ausgang eines Supermarktes befragte Kunden ihre Wartezeit an der Kasse deutlich länger einschätzten als sie tatsächlich gewesen war.
„... aber ich brauche die Klarinette unbedingt morgen abend für den Auftritt,“ flehte unsere Kundin noch hilflos in Richtung des abwägenden Werkstattkollegen, und fügte, bevor ich sie aufhalten konnte, hinzu „Ich mach' auch alles, alles, was Sie wollen.“ Dass solche Aussagen an gewöhnlichen Werktagen ein gefundenes Fressen für die Wortspielterroristen aus der Werkstatt sind, muss ich Ihnen als fleißige blog-Leser ja eigentlich nicht mehr erklären.
Kürzlich entbrannte in unserem Team eine hitzige Diskussion über ein wichtiges, gesellschaftspolitisch zentrales Thema. Etwas, das jeden von uns betrifft oder zumindest irgendwann einmal betroffen hat: das Wiener Schnitzel. Auslöser war ein zunächst ganz unverfänglicher Bericht von Kollege zwei über seinen Besuch in der Heimat, der mit den Worten endete, man habe am letzten Abend dann noch gemeinsam in einem Restaurant zu Abend gegessen.
Es gibt manchmal Tage - ich glaube, das erwähnte ich an dieser Stelle schon einmal so ähnlich... - da ist man nicht so gern Verkäufer. Nicht unbedingt deshalb, weil man den Beruf grundsätzlich verfehlt hätte, sondern einfach nur, weil man sich bereits beim Aufstehen den Daumennagel am Radiowecker umgeknickt hat und dieses schlechte Karma unwillkürlich in den Arbeitsalltag übernimmt.
Kürzlich erlebte ich mich selbst dabei, auf Wunsch des Kollegen die korrekte Länge seiner Nasen- und Ohrhaare mittels einiger gründlicher Blicke auf Tageslichttauglichkeit zu überprüfen. Ja, genau. Sie haben richtig gelesen. Hatten Sie vielleicht auch schonmal einen dieser Träume, in denen Sie Ihren Körper verlassen und sich quasi selbst als Außenstehender beobachten können?
„...ngrmpf“ kroch es dumpf irgendwo zwischen Kapuze und Schal und grauem Vollbart hervor. Umständlich und mit einem unterdrückten Keuchen verstaute ein Mann mittleren Alters einen großen Schirm, einen vom Regen durchnässten Weidenkorb und etwas, das grob an einen Posaunenkoffer erinnerte, auf, vor und neben unserer Werkstatttheke.
Für mich als westfälische Landpomeranze ist die Fahrt in die Weltstadt Hannover ja jeden Tag aufs Neue ein Erlebnis! Morgens steige ich als Dorfmädchen in den Zug ein und lande einige Fahrzeit später als Weltbürger mitten im Herzen einer pulsierenden Metropole voller Internationalität, Vielfalt und Energie.
Ein Freund von mir empfahl mir kürzlich ein großartiges Buch, in dem der Autor an ihn gestellte Fragen aus Physik, Technik, Biologie und ganz allgemeinem Schwachsinn äußerst amüsant und durchaus lehrreich zu beantworten versucht.
Es ist noch gar nicht allzu lange her, da bezeichnete ich meinen Beruf als den wohl schönsten auf der Welt. Und das auch vollkommen zu Recht. Prinzipiell. Also ganz grundsätzlich. Es ist nur so... - dass ich selbiges nicht zwingend 365 Tage im Jahr behaupten kann, ohne meine Nase aus meinen eigenen Augenwinkeln emporwachsen zu sehen.
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