Neulich in der Metzgerei

Blogt-r-WZ 

Lust auf ein bisschen Insiderwissen?

Das Betriebsmädchen öffnet alle zwei Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

Schalten Sie ein - jetzt vierzehntägig in diesem Blog!

  Lust auf ein bisschen Insiderwissen? Das Betriebsmädchen öffnet alle zwei Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter... mehr erfahren »
Fenster schließen
Neulich in der Metzgerei

Blogt-r-WZ 

Lust auf ein bisschen Insiderwissen?

Das Betriebsmädchen öffnet alle zwei Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

Schalten Sie ein - jetzt vierzehntägig in diesem Blog!

Seien Sie ruhig ehrlich: auch Sie haben sicher schon einmal unsere Tür geöffnet und sind angesichts des unvermittelt auf Sie einströmenden Geruchs entsetzt zurückgeprallt. Jahaaa... der klassische Werkstattmief! Man könnte nun zu unserer Verteidigung vorbringen, die allgemein vorherrschende Geruchsnote ändere sich in Abhängigkeit der Materialien, die bearbeitet werden...
Ich möchte Sie gleich zu Beginn vorwarnen: möglich, dass im blog von heute vor allen Dingen eins getan wird - genörgelt, genöhlt, gemeckert und sich beschwert. Wir bemühen uns ja sonst sehr um Diplomatie, damit wir möglichst jeder Facette unseres oft so erstaunlichen Berufes und seiner täglichen Statisten gerecht werden, aber heute sind wir mal ganz offen politisch unkorrekt. Der Grund: PTBS.
„Huch!" entfährt es meinem Kunden, einem engagierten Familienvater, unmittelbar nach seinem letzten Satz. Entschuldigendes Lächeln. "Das nehme ich sofort zurück. Hab' ich nie gesagt..." Bevor ich fragen kann, was diesen plötzlichen Sinneswandel hervorgerufen haben könnte, bekomme ich die Antwort bereits serviert: "… sonst schreiben Sie das noch in Ihren blog." Aha! Daher weht der Wind.
Haben Sie sich eigentlich schon einmal mit Ihrem Karma beschäftigt? Und wenn ja: sind Sie wirklich zweifelsfrei davon überzeugt, dass da alles in Ordnung ist? Sollten vielleicht doch noch Fragen offen sein, könnte ein Besuch in unserer Werkstatt nicht schaden – unser ohnehin schon wohlverdienter Instrumentenmacher hat nämlich noch ganz andere, verborgene Talente:
Zwar ahne ich, dass ich mich mit diesem blog in sehr heißen Socken auf extrem dünnes Eis begebe, kann mich nach der Erfahrung von gestern allerdings dennoch nicht zurückhalten, Ihnen mein Leid zu klagen. "Unser Geschäft ist in der Hausmannstraße vierzehn." antworte ich meiner Kundin am Telefon. Rückfrage der Dame: "Wo?" - "Hausmannstraße vierzehn!" - "Welche Nummer?" - "Vierzehn!!" - Pause. Dann: "Ahh, föhrzehn." - hmpf.
Während eines sehr, sehr ermüdenden Telefonates mit einem aufgeregten Kunden, der einen sehr, sehr ermüdenden Monolog in sehr, sehr ermüdender Geschwindigkeit hielt, fiel er mir wieder ein: Kollege Schöpper
Als ich heute auf den Kalender schaute, packte mich doch glatt das kalte Grausen: nur noch zwölf Tage bis zum Ferienbeginn... aaaargh! Sie, liebe Leser, verbinden Ferien sicher mit solch schönen Dingen wie Urlaub, Freizeit, Zoobesuchen mit den Kindern, viel zu viel Grillen und spitzenmäßig lange Schlafen – wundervoll! Für uns hingegen ist der Sommer die arbeitsreichste Zeit im Jahr, denn wir warten und reparieren in den Ferien hunderte Blasinstrumente der weiterführenden Schulen aus Hannover und dem Umland.
„Sagen Sie,... " beginnt der Kunde auf der anderen Seite der Verkaufstheke, während ich die Rechnung für seine neue Trompete zusammenfalte, " - wer ist eigentlich dieses Betriebsmädchen?" Ein fragendes Augenpaar mustert mich, und ich halte kurz inne.
Nach meinem letzten blog hatte ich schlaflose Nächte. Es vergingen kaum drei Stunden nach Veröffentlichung, bis der erste Kunde mir im Laden mit einer gefährlichen Mischung aus verschwörerisch und extrem offensichtlich zublinzelte, als ich in unserem Gespräch über Neuheiten von der Frankfurter Musikmesse erwähnt hatte, sicherheitshalber noch den Chef danach fragen zu wollen.
"Wo ist denn die Kiste geblieben, die ich hier hingestellt habe?" - "Wer hat diese Bestellliste geschrieben?" - "Warum ist das Druckerpapier nicht nachgefüllt?" --- Sicher haben Sie auch jemanden bei sich zuhause oder an Ihrem Arbeitsplatz, der Sie mit Fragen solcher Art zur Verzweiflung treibt. Nur geraten: handelt es sich hierbei vielleicht um eine Frau? Treffer!
Heute wird’s richtig spannend – versprochen: das Betriebsmädchen packt aus! Sie dürfen sich darauf freuen, mal hinter die professionelle Maske geballter Kompetenz zu blicken, die ich sonst herablassend lächelnd vor mir her trage - denn die Wahrheit ist selbstverständlich: auch ich bin fehlbar. Natürlich! Was auch sonst?
„Halloooo!“ die Türklingel schrillt beim Eintreten, und ein vergnügter Papa lugt im Studio um die Ecke. „Da sind wir wieder!!“ Papa, Mama und ein etwa zehnjähriger Sohn strahlen mich an, die kleine Schwester wandert mit großen Augen vor den glänzenden Trompeten auf und ab. „Ja, hallo zusammen!“ gebe ich bei diesem herzlichen Empfang lächelnd zurück. „Das ist ja schön!“ Und frage mich im selben Augenblick: wer, zum Henker, ist das bloß?
1 von 2