Neulich in der Metzgerei

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Das Betriebsmädchen öffnet alle zwei Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

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Das Betriebsmädchen öffnet alle zwei Wochen unsere blaue Tür und zeigt Ihnen die spannende, amüsante, manchmal herrlich skurrile Welt hinter dem Tresen. Wären wir eine VOX-Sendung, trügen wir möglicherweise den Titel          "Flöten - Fragen - Feilschen: Verkäufer am Limit"

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Es gibt manchmal Tage - ich glaube, das erwähnte ich an dieser Stelle schon einmal so ähnlich... - da ist man nicht so gern Verkäufer. Nicht unbedingt deshalb, weil man den Beruf grundsätzlich verfehlt hätte, sondern einfach nur, weil man sich bereits beim Aufstehen den Daumennagel am Radiowecker umgeknickt hat und dieses schlechte Karma unwillkürlich in den Arbeitsalltag übernimmt.
Kürzlich erlebte ich mich selbst dabei, auf Wunsch des Kollegen die korrekte Länge seiner Nasen- und Ohrhaare mittels einiger gründlicher Blicke auf Tageslichttauglichkeit zu überprüfen. Ja, genau. Sie haben richtig gelesen. Hatten Sie vielleicht auch schonmal einen dieser Träume, in denen Sie Ihren Körper verlassen und sich quasi selbst als Außenstehender beobachten können?
„...ngrmpf“ kroch es dumpf irgendwo zwischen Kapuze und Schal und grauem Vollbart hervor. Umständlich und mit einem unterdrückten Keuchen verstaute ein Mann mittleren Alters einen großen Schirm, einen vom Regen durchnässten Weidenkorb und etwas, das grob an einen Posaunenkoffer erinnerte, auf, vor und neben unserer Werkstatttheke.
Für mich als westfälische Landpomeranze ist die Fahrt in die Weltstadt Hannover ja jeden Tag aufs Neue ein Erlebnis! Morgens steige ich als Dorfmädchen in den Zug ein und lande einige Fahrzeit später als Weltbürger mitten im Herzen einer pulsierenden Metropole voller Internationalität, Vielfalt und Energie.
Ein Freund von mir empfahl mir kürzlich ein großartiges Buch, in dem der Autor an ihn gestellte Fragen aus Physik, Technik, Biologie und ganz allgemeinem Schwachsinn äußerst amüsant und durchaus lehrreich zu beantworten versucht.
Es ist noch gar nicht allzu lange her, da bezeichnete ich meinen Beruf als den wohl schönsten auf der Welt. Und das auch vollkommen zu Recht. Prinzipiell. Also ganz grundsätzlich. Es ist nur so... - dass ich selbiges nicht zwingend 365 Tage im Jahr behaupten kann, ohne meine Nase aus meinen eigenen Augenwinkeln emporwachsen zu sehen.
Manchmal, das muss an dieser Stelle mal gesagt sein, habe ich den allergrößten Respekt vor Ihnen. Manchmal, da sind Sie einfach so saucool und so hart im Nehmen, dass ich nur staunen kann. Denn manchmal, ja manchmal hätten Sie nämlich durchaus Anlass dazu, verärgert zu sein.
Als wir in unserem Team vor einigen Tagen noch einmal die in einem älteren blog aufgeworfene causa Betriebshäschen diskutierten, brachte das unseren Werkstattkollegen auf einen Schwank aus seiner Jugend. Er absolvierte vor gar nicht sooo vielen Jahren seine Lehrzeit bei einem deutschen Klarinettenhersteller, dessen Fabrikgebäude in einem idyllischen Gewerbegebiet (so es dergleichen überhaupt gibt) von Feld, Wald und Wiesen gesäumt wurde und deshalb – klar! - ein massives Mäuseproblem hatte.
Mein Beruf, das kann ich Ihnen ganz objektiv bestätigen, ist der schönste der Welt. Nun, da ich diesen blog-Eintrag schreibe, liegt ein sehr anstrengendes Beratungsgespräch hinter mir. Anstrengend im Sinne von lang, problembehaftet, unentschlossen und in allen nur möglichen Bedeutungen schwierig.
Als ich eines Samstags zur Arbeit ging, sah ich ihn: ein Mann überquerte die Kreuzung am Steintor und bog wenige Meter entfernt von mir in die nächste Seitenstraße. Er war kein besonders auffälliger Typ – mittelgroß, mittelschwer, mittelblond. Aber: er trug ein rotes Cape. Ein Cape!! Ja, genau!
Hand aufs Herz: wie oft und wie sorgfältig haben Sie den obigen Titel lesen müssen, bis Sie sich der Bedeutung des letzten Wortes sicher waren? Zweimal? Dreimal? Dafür bitte ich herzlich um Entschuldigung: aber inspiriert vom letzten blog über die vergessenen Schätze der deutschen Sprache und nicht zuletzt durch Ihre (!) herrlichen Ideen dazu, wollte ich für Sie möglichst knapp und präzise ausdrücken, worum es mir heute geht - und da trifft es fell-affin nun einmal am Besten.
Mal ehrlich: haben Sie sich beim letzten blog eigentlich auch gefragt, was der Titel eigentlich bedeuten soll? Im allzeit sprachkritischen Metzgerteam jedenfalls sorgte diese Formulierung für einen Sturm der Entrüstung. „Gedisst?“ empört hochgezogene Augenbrauen allenthalben. „Was soll denn das heißen?“ Meine Kollegen, genau wie ich knapp jenseits der Fünfundzwanzig, konnten mit diesem Ausdruck so gar nichts anfangen – wobei ich mir letztlich nicht sicher bin, ob es hier wirklich um nicht können ging und nicht eher um nicht wollen. Sei’s drum: für diesen offensichtlich unangebrachten Anglizismus bekam ich hier im Betrieb schlussendlich die dunkelgelbe Karte gezeigt.
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